»Apple geht in die Schule«, »Schulbücher der Zukunft«, »Das iPad macht Schule« – viele Schlagzeilen dieser Art liest man immer wieder in den Medien. Aber grau in grau ist alle Theorie. Geht man in die Schulen (vor allem die kleineren, schlecht finanzierten und das sind leider die meisten), dann sieht dort die Realität anders aus. Auch wir haben das bei unserem Projekt netzofant zu spüren bekommen: Die Initiative »Schulen ans Netz“ ist inzwischen 16 Jahre alt. Alt sind auch viele Computer, die man in den Schulen vorfindet. Okay, ich übertreibe. Commodore C64 haben die Schulen auch nicht mehr, aber aktuelle Hard- und Software eben auch nicht.

Und das ist nur das kleinste Problem. Die Schulen sind technisch unterversorgt. Die Lehrerinnen und Lehrer – zumindest an Grundschulen – haben keine Möglichkeit, schnell und kompetent Hilfe anzufordern, wenn der Computer abstürzt, sich Internetseiten nicht öffnen lassen, eine neue Lernsoftware installiert werden soll etc. Viele werden jetzt sagen: Ja, da muss sich das Lehrpersonal eben selbst schlau machen, – auch ich hätte das noch vor ein paar Wochen gesagt. Aber dies ist wieder einmal sehr graue Theorie. Denn es gibt nicht nur die Hürde des fehlenden technischen Wissens. Viel schwieriger ist es, die Zeit und Ruhe zu finden, um die auftretenden technischen Fehler im laufenden Unterricht zu reparieren und zu beheben. Man verlangt ja auch nicht von einem Arzt, dass er während der Operation die auftretenden Gerätefehler behebt.

Bildquelle: CC-BY Mazoe28 | flickr.com

Ähnlich ist das auch an Schulen: Ein sinnvolles Arbeiten mit Computern ist nur dann möglich, wenn entweder die Systeme einheitlich, aktuell und professionell eingerichtet sind oder ständig jemand vor Ort ist, der die auftretenden Probleme löst. Rechner verschiedener Jahrgänge sind nach und nach zu einem mehr oder weniger gut konfigurierten Netz zusammengetoppelt worden. Letzteres ist an den meisten Schulen der Fall. Und dann ist es zwar so, dass in allen Klassenzimmern Rechner stehen, aber arbeiten kann man damit deswegen noch lange nicht.

 

Autorin: Sabine Haas